Ob vollelektrisch, hybrid oder mit modernem Verbrennungsmotor: Mercedes-Benz setzt auf technische Vielfalt, um unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen. Bis Ende 2027 will der Hersteller mehr als 40 neue Modelle auf den Markt bringen. Grundlage dafür sind 140 Jahre Ingenieurserfahrung, digitale Entwicklungsprozesse und modulare Technologien, die sich flexibel über verschiedene Baureihen hinweg einsetzen lassen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Leistung, Effizienz und Komfort optimal miteinander verbinden lassen. Dafür wertet Mercedes-Benz Milliarden anonymisierter Fahrkilometer aus vernetzten Fahrzeugen aus. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, typische Nutzungssituationen zu verstehen und Antriebe gezielt auf Anforderungen wie Beschleunigung, Anhängerbetrieb oder Bergfahrten abzustimmen. Digitale Simulationen ermöglichen es, unterschiedliche technische Konzepte zu vergleichen, bevor sie auf Prüfständen unter realen Last- und Temperaturbedingungen getestet werden. Erst anschließend folgt die Erprobung im Fahrzeug.
Modularität als Schlüssel zur Vielfalt
Ein gemeinsamer technischer Baukasten erleichtert die Entwicklung unterschiedlicher Antriebskonzepte. Bei Hybridmodellen kommen Benzin- und Dieselmotoren aus der modularen FAME-Familie zum Einsatz. Die Kombination mit elektrischer Unterstützung soll Verbrauch und Leistung gleichermaßen optimieren. Auch bei den vollelektrischen Modellen setzt Mercedes-Benz auf eine skalierbare Architektur, deren technologische Wurzeln im Forschungsfahrzeug VISION EQXX liegen. Sie kommt unter anderem in CLA, CLA Shooting Brake, GLB, GLA, GLC und C-Klasse zum Einsatz. Künftig soll die 800-Volt-Technologie auch größere Baureihen wie E-Klasse und S-Klasse erreichen.




Eine zentrale Rolle spielt dabei die elektrische Antriebseinheit EDU 2.0, die Mercedes-Benz selbst entwickelt und fertigt. Ihr 800-Volt-System, ein Wechselrichter mit Siliziumkarbid-Technologie und ein Zweiganggetriebe sollen eine effiziente Kraftübertragung ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die Integration von Batterie, Thermomanagement, Ladesystem und Software entscheidend, um die Energie möglichst verlustarm vom Speicher bis zu den Rädern zu nutzen.
Batterien der nächsten Generation
Auch bei der Batterietechnologie baut Mercedes-Benz seine Entwicklungskompetenz aus. Unterschiedliche Zellchemien sollen künftig gezielt auf Reichweite, Ladeleistung und Performance abgestimmt werden. Im Fokus stehen unter anderem manganreiche Kathodenmaterialien, die den Bedarf an Nickel und Kobalt reduzieren könnten. Die Kombination aus Lithium-Mangan-Oxid und Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid soll eine ausgewogene Balance zwischen Energiedichte und Kosten ermöglichen. Lithium-Nickel-Mangan-Oxid könnte perspektivisch sogar ohne Kobalt auskommen. Nach Angaben des Herstellers wären damit gegenüber Lithium-Eisenphosphat-Zellen bei vergleichbarem Gewicht und Bauraum Reichweitenvorteile von bis zu 30 Prozent denkbar.


Parallel arbeitet Mercedes-Benz mit Partnern wie Factorial Energy und ProLogium an Festkörperbatterien. Ein Entwicklungsfahrzeug auf EQS-Basis absolvierte mit einer Lithium-Metall-Festkörperbatterie bereits eine Fahrt über 1.205 Kilometer von Stuttgart nach Malmö ohne Zwischenladung. Weitere Tests sollen Erkenntnisse über Leistung, Sicherheit und thermische Eigenschaften künftiger Zellgenerationen liefern.
Formel-1-Technologie für den Alltag
Wie eng Motorsport und Serienentwicklung zusammenarbeiten, zeigt der neue elektrische Turbolader für den weiterentwickelten 1,5-Liter-Benzinmotor M 252 LS. Mit 170 kW Motorleistung plus 23 kW elektrischer Unterstützung ist er laut Mercedes-Benz der stärkste Vierzylinder der Marke im Kompaktsegment. Der elektrisch unterstützte Turbolader wird über das 48-Volt-Bordnetz betrieben und soll für spontanes Ansprechverhalten über einen breiten Drehzahlbereich sorgen. Zudem kann er bis zu 2 kW Energie zurückgewinnen. Zwei zusätzliche Ausgleichswellen tragen zu einem ruhigeren Motorlauf bei.

Die Technologie steht beispielhaft für den Wissenstransfer zwischen Mercedes-Benz und Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Großbritannien. Dabei geht es nicht allein um einzelne Bauteile, sondern auch um Entwicklungsmethoden, Effizienz und schnelle Innovationszyklen. Das Ziel bleibt über alle Antriebsarten hinweg dasselbe: Fahrzeuge zu schaffen, die sich durch souveräne Leistung, hohen Komfort und ein präzises Fahrgefühl auszeichnen.
© Mercedes-Benz
@feelgoodmagazin
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