Was entsteht, wenn Menschen rund um den Globus gemeinsam Korallen häkeln? Im Kandima Maldives soll daraus bis 2028 das weltweit größte gehäkelte Korallenriff entstehen. Hinter dem ambitionierten Projekt „The Living Crochet Reef @Kandima“ steht die österreichische Konzeptkünstlerin Dr. Petra Maitz. Mit dem internationalen Open Call „Crochet the Reef“ lädt sie gemeinsam mit dem Resort Menschen jeden Alters dazu ein, Korallen und Meerestiere zu häkeln und Teil eines stetig wachsenden Kunstwerks zu werden.


Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie faszinierend: Ein natürliches Korallenriff entsteht nicht durch einen einzelnen Organismus, sondern durch das Zusammenspiel unzähliger Lebewesen. Dieses Prinzip überträgt Maitz auf die Kunst. Jede gehäkelte Koralle ist ein individuelles Werk, doch erst die Verbindung vieler Einzelteile lässt ein komplexes Ganzes entstehen. Die eigentliche Autorin des Projekts wird damit die Gemeinschaft selbst.
Für Maitz ist Häkeln dabei weit mehr als eine textile Technik. Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit kollektiven Prozessen, Biodiversität und der Frage, wie aus vielen einzelnen Beiträgen komplexe Systeme entstehen. Kunst, Evolutionsbiologie, Meeresforschung und Erkenntnistheorie fließen in ihrem Werk ineinander. Statt ökologische Probleme lediglich abzubilden, möchte sie Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar machen.

Das Projekt in Kandima knüpft an ihre langjährige künstlerische Arbeit an. Bereits 2001 gründete Maitz in Wien die Lady Musgrave Reef Foundation und initiierte mit dem Lady Musgrave Reef eines der frühen partizipativen Korallenkunstprojekte. Das über Jahre gewachsene Werk wurde unter anderem in Budapest, Bilbao, Barcelona, Karlsruhe, Graz, Krems, Hamburg, Mumbai, Lima, Puebla, Sydney und Peking gezeigt. Das aus rund 1.400 Teilen bestehende Reef befindet sich heute im Ludwig Museum in Budapest.
Ihre ungewöhnliche Biografie prägt den interdisziplinären Ansatz: Maitz studierte zunächst Medizin, anschließend Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und promovierte später im Bereich Wissenstransfer an der Universität für angewandte Kunst Wien. Inspiration findet sie unter anderem im erweiterten Kunstbegriff Joseph Beuys' und in Alexander von Humboldts Vorstellung, Natur über eine emotionale wie wissenschaftliche Auseinandersetzung zu begreifen.

In Kandima Maldives erhält diese Idee nun eine neue Dimension. Das „Living Crochet Reef“ wird als Teil der KULA Art Initiative des Resorts weiterentwickelt, die Kunst als kulturellen Dialog versteht. Gäste, Künstlerinnen und Künstler, Schulen, Kreative und Häkelgemeinschaften aus aller Welt können sich beteiligen. Mit jeder neuen Koralle wächst das Kunstwerk weiter – und wird zugleich zu einem Sinnbild für Vernetzung, gemeinsames Handeln und die Vielfalt mariner Ökosysteme.


Der Open Call „Crochet the Reef“ ist weltweit offen. Gesucht werden gehäkelte Korallen und Meerestiere in freier Interpretation. Wer Teil des Projekts werden möchte, kann die Anleitung unter annette.zierer@zierercom.com oder office@petramaitz.com anfragen. Aus vielen kleinen Maschen soll so ein großes Zeichen für Kreativität, Gemeinschaft und den Schutz der Ozeane entstehen.
© Kandima Maldives
@feelgoodmagazin
Datenschutz-Einstellungen
Mit Ihrer Einwilligung werten wir mit Google Analytics aus, wie unsere Website genutzt wird, um sie zu verbessern. Dafür werden Cookies gesetzt und Daten an Google übermittelt, auch in die USA. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Seitenfuß widerrufen. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.